Immer wieder wird darüber diskutiert, ob der Handel mit der THG Quote Nachteile mit sich bringt. Betrachtet man den An- und Verkauf von CO2-Zertifikaten als eine Art Ablasshandel für die großen Mineralöl-Multis, mag das gar nicht so weit hergeholt sein. Allerdings kann man das Thema auch ganz anders betrachten: Mit dem Handel wird die THG Quote zu einem interessanten Klimaschutzinstrument. Und das nicht nur für Unternehmen, sondern seit 2022 auch für den privaten E-Auto Besitzer. Warum das so ist, erfährst du hier.

THG Quote – eine kurze Zusammenfassung

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu sein. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren vermehrt Maßnahmen als Klimaschutzinstrumente installiert. Die THG Quote bzw. Treibhausgasminderungsquote ist eines davon. Sie dient der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor, indem sie klimaneutrale Mobilität attraktiver macht.

Gesetzliche Grundlage der THG Quote ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und die dazugehörigen Bundesverordnungen. Das Hauptzollamt Frankfurt / Oder ist zuständig für die Überwachung der THG Quote.

Hintergrund des THG Quotenhandels: Wer zu viel CO2 produziert, muss Strafe zahlen. Wer CO2-Emissionen reduziert, wird dafür mit einem sogenannten CO2-Zertifikat belohnt, welches im THG Quotenhandel verkauft werden kann. Bislang haben vor allem Energieversorger von dieser Regelung profitiert. Seit Anfang des Jahres 2022 ist es auch privaten E-Automobil-Besitzern möglich, am THG Quotenhandel teilzunehmen und sich so eine jährliche Prämie für die Nutzung eines rein elektrisch betriebenen Kraftfahrzeugs zu sichern.

Ist die Kritik an der THG Quote berechtigt?

Bezüglich der THG Quote laufen momentan in einschlägigen Foren kontroverse Diskussionen darüber, ob die Maßnahmen ausreichen oder überhaupt dazu geeignet sind, eine ganzheitliche Mobilitätstransformation im Verkehrssektor umzusetzen.

Wenngleich die THG Quote nur ein Instrument von vielen darstellt, die zum Schutz gegen den Klimawandel beitragen, wird sie von den großen Umweltschutzorganisationen wie WWF, BUND, Greenpeace oder Robin Wood als durchweg positiv bewertet.

In einer gemeinsamen Stellungnahme ließen die Organisationen bereits 2020 verlauten:

Zitat: „Wir begrüßen, dass die vorliegenden Entwürfe einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Elektromobilität legen, indem die Anrechnung von erneuerbarem Strom für den Straßenverkehr verbessert und der Ausbau der Ladeinfrastruktur gefördert wird. Eine Überprüfung der Zielerreichung halten wir grundsätzlich für sinnvoll. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass die Quote nachgeschärft wird, um die insgesamt zu wenig ambitionierten EU-Klimaziele für 2030 überzuerfüllen.“

Der Naturschutzbund äußerte sich außerdem zu diesem Thema in einer Stellungnahme vom 13.11.2020:

Zitat: „Die Direktnutzung von Strom durch Elektrofahrzeuge stellt die optimale Nutzung von erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich dar und sollte daher noch stärker gefördert werden.“

Somit scheinen zumindest die großen Umweltorganisationen die THG Quote positiv zu bewerten.

Die THG Quote sorgt für ein Umdenken

Für die großen Mineralölgesellschaften heißt das konkret: Sie haben zwei Optionen mehr in die erneuerbaren Energien zu investieren und die gesetzlich vorgeschriebenen Quoten bezüglich der Treibhausgase einzuhalten:

1. Durch den direkten Verkauf emissionsarmer Quellen und damit die Einsparung von CO2.

2. Durch den Ankauf von CO2-Zertifikaten.

Für diesen Ankauf kommen die THG Zertifikate von Ladesäulenbetreibern oder aber seit neuestem auch die von Haltern elektrisch betriebener Kraftfahrzeuge infrage.

Zeitgleich haben sich die Strafzahlungen für die Mineralölunternehmen bei Nichteinhaltung der THG Quote deutlich erhöht. Diese Konstellation führt dazu:

  • dass die Kosten für die Unternehmen steigen
  • die Konsumenten mehr sparen

Damit wird der Umstieg auf CO2-reduzierte Alternativen plötzlich auch für die Mineralöl-Multis interessant. Obendrein zeigen auch Aktionäre ein gesteigertes Interesse an den grünen Alternativen.

Somit scheint der Kritikpunkt des angeblichen Ablasshandels für die großen Öl-Multis zumindest in Teilen widerlegt und der Grundgedanke, welcher hinter dem THG Quotenhandel steckt, aufzugehen: Dem beschleunigten Umstieg auf Elektromobilität.

Gibt es weitere Punkte, die als Nachteile der THG Quote gelten könnten?

Immer wieder wird die Tatsache, dass bei der THG Quote Hybrid-Modelle nicht berücksichtigt werden, als Nachteil aufgeführt.

Dabei scheinen einige wichtige Faktoren vergessen zu werden:

  • Nicht alle Plug-In-Verbrenner sind sparsam oder schadstoffarm – laut ADAC kann so ein Fahrzeug sogar je nach Motorisierung und Fahrverhalten einen höheren CO2-Ausstoß verursachen als ein vergleichbares Verbrenner-Fahrzeug.
  • Hybrid-Fahrzeuge werden weiter mit fossilen Brennstoffen betrieben, was den Klimawandel beschleunigt und dem Ziel der THG Quote widerspricht.
  • Die zu erwartenden höheren Wartungskosten eines Hybrid-Autos gegenüber einem rein elektrobetriebenen KFZ verursachen in der Regel nicht nur höhere Ausgaben, sondern auch mehr schädliche Treibhausgase.

Und zum anderen ermöglichen es viele THG Anbieter ihren Kunden, in nachhaltige Klimaschutzprojekte zu investieren. Auch bei wirkaufendeinthg.de hat jeder Kunde die Chance, mit einem frei wählbaren Betrag den Klimaschutz zu unterstützen.

THG Quote selbst verkaufen

Wer ist Gewinner der THG Quote 2022?

Um dir genau aufzuzeigen, wer die wirklichen Gewinner der THG Quote im Jahr 2022 sind, haben wir hier nochmal alle Vorteile für alle BEV Fahrer (BEV = Battery Electric Vehicle) zusammengefasst.

  • Jeder Besitzer eines rein elektrisch betriebenen zulassungspflichtigen Kraftfahrzeugs bekommt ohne eigenes Zutun neben dem Umweltbonus jährlich zwischen 300 – 400€ mit der THG Quote geschenkt.
  • Obendrein wird dieses Geschenk im Grunde von den Verkehrsteilnehmern, die sich nicht unbedingt oder nur bedingt am Klimaschutz beteiligen möchten, bezahlt – wie beispielsweise den vielen SUV-Fahrern in Deutschland.
  • Ein weiterer Gewinn ist der Ausschluss von Hybrid-Fahrzeugen, die nicht nur immer noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, sondern deren CO2-Bilanz (abhängig vom Ladeverhalten des Besitzers) deutlich zu wünschen übrig lässt.
  • Zusätzlich werden mit der THG Quote die Mineralölunternehmen indirekt dazu motiviert, sich am Ausbau der landesweiten Ladestationen zu beteiligen.
  • Noch nie war es so einfach, von Elektromobilität zu profitieren. Keine lange Antragstellung und komplizierten Fragebögen, sondern eine einfache Anmeldung bei einem THG Anbieter und schon erhältst du jährlich deine THG Prämie.
  • Außerdem bekommt der E-Auto Besitzer die komfortable Möglichkeit, den Klimaschutz mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen.

So haben neben den Ladestationsbetreibern und großen Unternehmen mit einem E-Fuhrpark nun seit 2022 auch private Besitzer von elektrisch betriebenen zulassungspflichtigen Fahrzeugen dank der TH-Anbieter vermehrt die Chance, etwas gegen den Klimawandel zu tun, ohne sich dabei finanziell zu verausgaben. Unsere App ermöglicht es unseren Kunden ganz einfach und unkompliziert, mit einem frei wählbaren Beitrag jährlich etwas Sinnvolles für den Arten-, Umwelt- und Klimaschutz zu tun.

Fazit

Du siehst – die THG Quote hat keine Nachteile, sondern gleich mehrere positive Effekte. Sie sorgt nicht nur für eine zusätzliche und sichere jährliche Einnahme für private E-Mobilisten, sondern regt die Öl-Multis zum Umdenken in Richtung E-Mobilität an und ermöglicht obendrein zusätzliche Investitionen in die grüne Zukunft.

Ist die Kritik an der THG Quote berechtigt?

Wenngleich die THG Quote nur ein Instrument von vielen darstellt, die zum Schutz gegen den Klimawandel beitragen, wird sie von den großen Umweltschutzorganisationen wie WWF, BUND, Greenpeace oder Robin Wood als durchweg positiv bewertet.

Wer profitiert von der THG Quote?

Jeder Besitzer eines rein elektrisch betriebenen zulassungspflichtigen Kraftfahrzeugs bekommt ohne eigenes Zutun neben dem Umweltbonus jährlich eine Prämie mit der THG Quote geschenkt.