Du bist Besitzer eines E-Autos, hast deine THG-Prämie schon einmal bekommen und fragst dich, ob damit alles erledigt ist? Kurz gesagt: Nein, die Prämie kommt nicht automatisch. Die THG-Prämie gibt es immer nur für ein Kalenderjahr. Ein Antrag aus dem Vorjahr gilt nicht weiter.

Wir klären, warum das so ist, was „neu beantragen“ bei uns konkret bedeutet und bis wann du dich melden musst. Ganz am Anfang? Dann hilft dir unsere Anleitung zur THG-Beantragung.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Die THG-Prämie gilt pro Elektrofahrzeug und Kalenderjahr.

  • Die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) muss spätestens nach einem Jahr aktuell sein. Bei uns darf das Foto nicht älter als 365 Tage sein.

  • Bei uns bestätigst du das Folgejahr aktiv oder meldest direkt für zwei Jahre.

  • Bei uns muss die Beantragung für 2026 bis zum 10. November vorliegen.

  • Die Auszahlung der Prämie für ein ausgelassenes Jahr lässt sich nicht nachholen.

THG-Prämie beantragen: jedes Jahr ein eigener Vorgang

Muss man die THG-Prämie jedes Jahr neu beantragen? Ja. Nach der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (38. BImSchV) kann die Anrechnung laut § 7 Absatz 4 „pro reinem Batterieelektrofahrzeug und pro Verpflichtungsjahr nur einmal erfolgen“.

Das Umweltbundesamt (UBA) bestätigt in seiner FAQ zum Vollzug der 38. BImSchV: Pro Elektrofahrzeug kann einmal jährlich der Schätzwert bescheinigt werden. Für unsere Kunden gilt dieselbe Regel. Antworten auf andere Fragen zum Thema findest du in unserer FAQ.

THG-Prämie pro Kalenderjahr: Antrag mit aktuellem Fahrzeugschein, Prüfung beim UBA, Bescheinigung für das Verpflichtungsjahr und Auszahlung KI-generiertes Bild

Warum die THG-Quote nur ein Jahr gilt

Auf den ersten Blick wirkt das bürokratisch, der Grund liegt aber im Instrument selbst. Die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, verpflichtet Unternehmen, die Diesel oder Benzin in Verkehr bringen, die CO₂-Emissionen ihrer Kraftstoffe jedes Jahr um einen festen Prozentsatz zu senken (§ 37a BImSchG). Für 2026 liegt die Treibhausgasminderungsquote bei 12 %, für 2027 bei 17,5 %.

So funktioniert der THG-Quotenhandel

Schaffen Mineralölunternehmen ihre Quote nicht selbst, kaufen sie am Markt Bescheinigungen über eingesparte Emissionen zu, oft Zertifikate genannt. Sonst wird eine Strafzahlung fällig. Ein reines E-Auto spart gegenüber einem Verbrenner CO₂ ein, und diese Einsparung lässt sich einmal pro Jahr verkaufen.

Als einzelner Fahrzeughalter kommst du an die Käufer nicht heran. Deshalb bündelt ein THG-Quoten-Anbieter als Partner die Einsparungen vieler E-Autos, lässt sie vom Umweltbundesamt bescheinigen und übernimmt Abwicklung, Verkauf und Vermarktung. Den Erlös daraus bekommst du als Auszahlung der THG-Prämie.

THG-Quote: keine Förderung, sondern ein Markt

Die THG-Prämie ist keine staatliche Förderung, sondern Geld aus einem Handel zwischen Unternehmen. Der THG-Quotenmarkt rechnet in Verpflichtungsjahren: Die Pflicht der Mineralölunternehmen gilt pro Jahr, also wird auch die Einsparung deines Elektrofahrzeugs pro Jahr bescheinigt. Mineralölunternehmen müssen ihre CO₂-Emissionen im Verkehr jedes Jahr stärker senken, weil die Quote steigt (§ 37a BImSchG).

Der Schätzwert gilt pro Elektrofahrzeug und Jahr

Als Besitzer eines E-Autos musst du deinen Ladestrom zu Hause nicht messen. Laut UBA zählt beim privaten Laden immer der bekanntgegebene Schätzwert pro Fahrzeug und Jahr (§ 7 Absatz 3 der 38. BImSchV). Plug-in-Hybride gehen leer aus. Die Verordnung rechnet nur reine Batterieelektrofahrzeuge an, für Plug-in-Hybride besteht deshalb kein Anspruch.

THG-Prämie neu beantragen: So geht es bei uns

Bei uns als Anbieter hast du keine Vertragsbindung. Willst du die Abwicklung für das Folgejahr wieder uns überlassen, bestätigst du das aktiv: In unserer Web-App findest du in der Fahrzeugübersicht einen Button dafür. Mit zwei weiteren Klicks ist die THG-Quote für das nächste Jahr beantragt. Die Auszahlung der Prämie folgt nach der Prüfung durch das UBA.

Fahrzeugschein: Zulassungsbescheinigung Teil 1 aktuell halten

Laut § 7 Absatz 2 ist „spätestens nach Ablauf eines Jahres“ eine Kopie der aktuellen Zulassungsbescheinigung Teil I nötig. Bei uns darf das Foto vom Fahrzeugschein bei der Einreichung nicht älter als 365 Tage sein.

Bei uns lädst du Vorder- und Rückseite der Zulassungsbescheinigung Teil 1 hoch. Halter, Erstzulassung, aktuelle Zulassung, Fahrzeug-Identifizierungsnummer und Fahrzeugklasse müssen gut lesbar sein.

Tipp: Mach das Foto bei Tageslicht und prüfe am Handy, ob alle Felder lesbar sind. Eine unleserliche Kopie zählt laut UBA zu den häufigsten Ablehnungsgründen und kostet dich im Zweifel die Prämie.

Prämie für zwei Jahre: das Zwei-Jahres-Modell

Du willst nicht jedes Jahr an die Fristen denken? Mit diesem Modell meldest du deine THG-Quote bei uns direkt für zwei Jahre. Der Vorteil: Wir reichen dein Fahrzeug für das Folgejahr am 01.01. beim Umweltbundesamt ein. Allerdings steht die Höhe der THG-Prämie für das Folgejahr bei der Registrierung oft noch nicht fest.

Zwei Wege, die THG-Quote für das Folgejahr zu melden: Folgejahr per Button bestätigen oder direkt für zwei Jahre melden mit Einreichung am 01.01. KI-generiertes Bild

Die aktuelle Höhe der Auszahlung für deine Fahrzeugklasse zeigt dir unser THG-Quote-Rechner. Im Antrag wählst du auch dein Auszahlungsmodell: volle Auszahlung oder ein Anteil für Projekte wie den Ausbau von Ladeinfrastruktur.

Noch nicht für 2026 gemeldet? Jetzt THG-Prämie beantragen

Wie oft kann man die THG-Prämie beantragen?

Für alle E-Autos gilt: einmal pro Fahrzeug und Kalenderjahr, egal wie oft du lädst. Der Schätzwert wird laut UBA pauschal pro Elektrofahrzeug und Jahr bescheinigt, auch wenn das Fahrzeug erst im Laufe des Jahres zugelassen wurde.

THG-Quote beim Halterwechsel

Ist die THG-Quote für dein Fahrzeug in diesem Jahr schon bescheinigt, gilt das Fahrzeug als „verbraucht“. Weitere Anträge lehnt das UBA ab. Wechselt der Halter, zählt, wer zuerst meldet. Wer sein E-Auto nach der Meldung verkauft, muss den neuen Halter informieren (§ 7 Absatz 5 der 38. BImSchV). Uns schickst du dann eine formlose E-Mail.

Anbieter wechseln: Vertrag prüfen

Der Vorteil ohne Vertragsbindung: Du kannst jedes Jahr einen anderen Anbieter wählen. Prüfe aber den Vertrag mit deinem bisherigen Partner. Die UBA-FAQ nennt als Ablehnungsgrund den Fall, dass der Partner des Vorjahres die Bescheinigung erneut vorgenommen hat. Mehr dazu in unserem Beitrag zur THG-Prämie bei mehreren Anbietern.

Achtung: Reicht dein alter Anbieter das Folgejahr automatisch ein, lehnt das UBA jede weitere Meldung ab.

Alle Fristen für die THG-Quote

Bei uns muss deine THG-Prämie für 2026 bis zum 10. November vollständig beantragt sein, damit wir Rückfragen klären können. Alle Termine stehen auf unserer Seite zur Antragsfrist der THG-Prämie.

Eine THG-Prämie nachholen geht nicht. Für zurückliegende Jahre ist laut UBA keine Meldung möglich, es handle sich um gesetzliche Fristen, die „nicht zur Disposition“ stehen. Das größte Risiko für dein Geld ist also der verpasste Stichtag.

Ladepunkte und Unternehmen: gleiche Regel?

Auch in anderen Bereichen der Elektromobilität ist jedes Jahr ein eigener Vorgang. Im Vergleich zum privaten E-Auto unterscheiden sich aber Messung und Frist.

Fristen der THG-Quote im Vergleich: reines E-Auto bei uns bis 10. November, öffentlicher Ladepunkt bis 28. Februar des Folgejahres KI-generiertes Bild

Öffentliche Ladepunkte

Für öffentliche Ladepunkte zählt nicht der Schätzwert wie bei Elektroautos, sondern die gemessene Menge Ladestrom (§ 6 der 38. BImSchV). Betreiber öffentlicher Ladepunkte melden diese Menge bis zum 28. Februar des Folgejahres, für jeden Ladepunkt einmal pro Verpflichtungsjahr. Die Prämie, also die Vergütung, hängt an der geladenen Menge. Für Betreiber von Ladeinfrastruktur gibt es unseren THG-Prämienrechner für Ladestrom.

E-Fahrzeuge in Unternehmen

Für Unternehmen mit E-Autos als Halter gilt dieselbe Regel wie für private Besitzer: eine Meldung pro Fahrzeug und Jahr. Welche E-Fahrzeuge vom E-Pkw bis zum E-Bus dazugehören, zeigt unsere Übersicht der THG-Fahrzeugklassen.

Noch kein Geld für 2026? Dann beantrage deine THG-Prämie direkt bei wirkaufendeinethg.de. Wie die Frist im Detail aussieht, liest du in unserem Ratgeber zur Antragsfrist.

Noch nicht für 2026 gemeldet? Jetzt THG-Prämie beantragen

Häufige Fragen zur THG-Prämie

Muss man die THG-Prämie jedes Jahr neu beantragen?

Ja. Die THG-Prämie gilt pro Elektrofahrzeug und Kalenderjahr. Ein Antrag aus dem Vorjahr gilt nicht weiter. Bei uns bestätigst du das Folgejahr aktiv in der Web-App oder meldest dein Fahrzeug direkt für zwei Jahre.

Bis wann muss man die THG-Prämie 2026 beantragen?

Bei uns muss die Beantragung bis zum 10. November 2026 vorliegen.

Bis wann muss man die THG-Prämie für 2027 beantragen?

Meldest du bei uns für zwei Jahre, musst du dich darum nicht kümmern: Wir reichen dein Fahrzeug am 01.01.2027 ein.

Kann ich die THG-Prämie jährlich wechseln?

Ja, die THG-Prämie kannst du jedes Jahr über einen anderen Anbieter beantragen. Bei uns gibt es keine Vertragsbindung. Achte nur auf den Vertrag mit deinem bisherigen Partner.

Kann ich die THG-Prämie für ein vergangenes Jahr nachholen?

Nein. Für zurückliegende Jahre ist laut Umweltbundesamt keine Meldung möglich. Die Fristen sind gesetzlich festgelegt. Wer ein Jahr auslässt, bekommt für dieses Jahr keine Prämie.

Brauche ich jedes Jahr ein neues Foto vom Fahrzeugschein?

Spätestens nach einem Jahr ist laut Verordnung eine aktuelle Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil I nötig. Bei uns darf das Foto bei der Einreichung nicht älter als 365 Tage sein.