Die Preisentwicklung der THG-Quote wirft bei vielen Fragen auf. Warum schwankt der Preis so stark? Warum ist die THG-Quote zuletzt deutlich teurer geworden? Und wie wird sich der Markt in den kommenden Jahren entwickeln?
Seit der Einführung der THG-Quote im Jahr 2022 hat sich der Markt spürbar verändert. Mit dem aktuellen Referentenentwurf wurden nun weitere entscheidende Weichen gestellt, die die THG-Quote langfristig beeinflussen. Wenn du die THG-Quote verstehen willst, ist vor allem eines wichtig: Der Preis entsteht nicht zufällig. Er folgt klaren Regeln aus Angebot, Nachfrage und politischen Vorgaben.
Inhaltsverzeichnis
- Wie entsteht der Preis der THG-Quote?
- Steigende Einsparziele treiben die THG-Quote Preisentwicklung
- Übererfüllung sorgt künftig für mehr Marktstabilität
- Weniger Mehrfachanrechnung von Strom ab 2032
- Wegfall der doppelten Anrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe
- Palmöl ist keine Erfüllungsoption mehr
- Warum die THG-Quote zuletzt deutlich teurer wurde
- THG-Prämie und Antrag aus deiner Sicht
- THG-Prämien-Anbieter vergleichen lohnt sich
- Tipps, wie du deine THG-Prämie optimal nutzt
- Fazit zur THG-Quote Preisentwicklung
Wie entsteht der Preis der THG-Quote?
Der Preis der THG-Quote ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Auf der einen Seite stehen die sogenannten Quotenverpflichteten. Das sind vor allem Mineralölunternehmen, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre CO₂-Emissionen zu senken.
Damit diese Unternehmen ihre gesetzlichen Vorgaben erfüllen können, handeln sie THG-Quoten am sogenannten Quotenmarkt. Dort treffen Angebot und Nachfrage aufeinander und bestimmen den Preis. Je nach Anbieter und Marktlage werden unterschiedliche Preismodelle genutzt, etwa Festpreise, flexible Preise oder Direktpreise.
Für dich bedeutet das: Der Preis der THG-Quote kann schwanken. Im Jahr 2026 bewegte sich das Preisniveau zeitweise in einer Spanne von etwa 70 bis 120 Euro pro Tonne CO₂. Diese Bandbreite zeigt, wie sensibel der Markt auf Veränderungen reagiert.
Auf der anderen Seite stehen die Erfüllungsoptionen. Dazu zählen unter anderem Strom aus Elektrofahrzeugen, bestimmte Biokraftstoffe und weitere anrechenbare Maßnahmen zur CO₂-Einsparung. Je höher die Nachfrage nach diesen Erfüllungsoptionen und je knapper ihr Angebot, desto höher fällt der Preis der THG-Quote aus.
Genau an diesen beiden Stellschrauben setzen die aktuellen Änderungen an.
Steigende Einsparziele treiben die THG-Quote Preisentwicklung

Ein zentraler Faktor für die zukünftige THG-Quote Preisentwicklung sind die deutlich steigenden Einsparziele. Entgegen früherer Annahmen endet der Anstieg nicht im Jahr 2030.
Die gesetzlich festgelegten Einsparziele steigen weiter an und erreichen bis 2040 einen Wert von 59 Prozent. Für die verpflichteten Unternehmen heißt das: Jedes Jahr müssen sie mehr CO₂ einsparen als zuvor.
Für dich ist wichtig zu verstehen, was das bedeutet. Je höher die Einsparziele, desto mehr Erfüllungsoptionen werden benötigt. Diese zusätzlichen Einsparungen lassen sich nur erreichen, wenn mehr THG-Quoten genutzt werden. Dadurch steigt die Nachfrage am Markt dauerhaft.
Auch europäische Vorgaben wie die RED-III-Richtlinie verstärken diesen Effekt, da sie die Anforderungen an erneuerbare Energien und CO₂-Einsparungen im Verkehrssektor weiter erhöhen.
Langfristig führt das zu einer strukturell höheren Nachfrage nach THG-Quoten, insbesondere nach Stromquoten aus Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur.
Übererfüllung sorgt künftig für mehr Marktstabilität
Ein weiterer wichtiger Punkt für die THG-Quote Preisentwicklung ist der neue Umgang mit Übererfüllungen. In der Vergangenheit konnten sich Quotenverpflichtete bei niedrigen Preisen sehr umfangreich mit THG-Quoten eindecken. Das hat häufig zu starken Preisschwankungen geführt.
Künftig gilt: Wenn die Einsparziele deutlich übererfüllt werden, steigen in der Folge die verpflichtenden Einsparquoten. Der Markt reagiert damit automatisch auf eine zu starke Bevorratung.
Für dich bedeutet das mehr Stabilität. Unternehmen kaufen bedarfsgerechter ein, extreme Preisverfälle werden unwahrscheinlicher und der Markt entwickelt sich insgesamt ausgeglichener.
Weniger Mehrfachanrechnung von Strom ab 2032
Aktuell wird Strom aus Elektrofahrzeugen mehrfach auf die Einsparziele angerechnet. Diese Mehrfachanrechnung gilt für Elektroautos und E-Pkw und dient als gezielter Anreiz für den Ausbau der Elektromobilität.
Ab dem Jahr 2032 wird dieser Faktor schrittweise reduziert. Zunächst sinkt die Anrechnung von 3 auf 2,5 und bis 2035 weiter auf 1,0. Das bedeutet, dass ein einzelnes Elektrofahrzeug künftig weniger anrechenbare CO₂-Einsparung erzeugt als heute.
Für die THG-Quote Preisentwicklung ist wichtig: Diese Änderung wirkt erst ab 2032. Kurzfristig ist sie nicht der Treiber steigender Preise. Langfristig sorgt sie jedoch dafür, dass pro Fahrzeug weniger Quote zur Verfügung steht.
Wegfall der doppelten Anrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe
Bisher konnten fortschrittliche Biokraftstoffe doppelt auf die Einsparziele angerechnet werden. Diese Regelung wurde abgeschafft. Künftig zählt die eingesparte CO₂-Menge nur noch einfach.
Für dich heißt das: Mit der gleichen Menge Biokraftstoff wird weniger Einsparung erzielt als zuvor. Um die gleichen Ziele zu erreichen, müssen Unternehmen entweder größere Mengen einsetzen oder auf andere Erfüllungsoptionen ausweichen.
In der Praxis erhöht das die Nachfrage nach Stromquoten und wirkt sich damit positiv auf die THG-Quote Preisentwicklung aus.

Palmöl ist keine Erfüllungsoption mehr
Palmöl war lange Zeit eine anrechenbare Erfüllungsoption, obwohl seine Klimabilanz stark umstritten ist. Diese Möglichkeit entfällt nun vollständig.
Durch den Wegfall von Palmöl reduziert sich das Angebot an Erfüllungsoptionen weiter. Auch das verstärkt die Nachfrage nach verbleibenden Optionen wie Strom aus Elektrofahrzeugen.
Warum die THG-Quote zuletzt deutlich teurer wurde
Wenn du alle Faktoren zusammennimmst, ergibt sich ein klares Bild. Die Einsparziele steigen langfristig stark an. Gleichzeitig werden mehrere Erfüllungsoptionen eingeschränkt oder vollständig gestrichen. Hinzu kommt ein Mechanismus, der spekulative Übererfüllung begrenzt.
Diese Kombination hat bereits Wirkung gezeigt. Nach Veröffentlichung des Referentenentwurfs sind die Preise für THG-Quoten des Jahres 2026 zeitweise auf über 380 Euro pro Tonne gestiegen. Das ist keine zufällige Bewegung, sondern eine logische Reaktion des Marktes auf die neuen Rahmenbedingungen.
THG-Prämie und Antrag aus deiner Sicht
Wenn du ein vollelektrisches Fahrzeug fährst, kannst du von dieser Marktentwicklung direkt profitieren. Deine eingesparte CO₂-Menge wird als THG-Quote zertifiziert und an verpflichtete Unternehmen verkauft. Dafür erhältst du eine THG-Prämie.
Um die THG-Prämie zu beantragen, reichst du in der Regel deine Zulassungsbescheinigung Teil I ein. Der Anbieter übernimmt den Großteil der bürokratischen Schritte für dich und reicht die Quote beim Umweltbundesamt ein. Nach erfolgreicher Bestätigung erfolgt die Auszahlung meist nach einigen Wochen. Die genaue Dauer hängt vom Anbieter und vom Bearbeitungsstand ab.
THG-Prämien-Anbieter vergleichen lohnt sich
Am Markt gibt es verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Modellen. Manche zahlen dir einen festen Betrag aus, andere orientieren sich am aktuellen Marktpreis der THG-Quote. Teilweise werden zusätzliche Bonuszahlungen angeboten oder besonders schnelle Auszahlungen versprochen.
Für dich lohnt sich ein Vergleich. Je nach Anbieter und Marktsituation kannst du so eine höhere Prämie erzielen und gleichzeitig entscheiden, welches Modell am besten zu dir passt.
Tipps, wie du deine THG-Prämie optimal nutzt
Wenn du das Beste aus deiner THG-Quote herausholen möchtest, solltest du deine Prämie möglichst früh im Jahr beantragen. So sicherst du dir den aktuellen Marktpreis und verkürzt die Wartezeit bis zur Auszahlung.
Vergleiche die Angebote verschiedener Anbieter, achte auf mögliche Boni und informiere dich über die Auszahlungsmodelle. Mit diesen einfachen Schritten maximierst du deine Prämie und leistest gleichzeitig einen aktiven Beitrag zur CO₂-Einsparung.
Fazit zur THG-Quote Preisentwicklung
Die THG-Quote entwickelt sich von einem kurzfristigen Förderinstrument zu einem langfristigen Marktmechanismus. Die Anforderungen steigen, das Angebot wird stärker reguliert und der Markt insgesamt strukturierter.
Für dich bedeutet das mehr Planbarkeit und eine dauerhaft hohe Relevanz von Stromquoten aus Elektrofahrzeugen. Wenn du die THG-Quote verstehen willst, solltest du die Preisentwicklung immer im Zusammenhang mit Einsparzielen, Erfüllungsoptionen und regulatorischen Anpassungen betrachten.



